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Autor: Michael Brandl

Von der Harmonie aller Dinge

Zahlen im Spiel

"Zahlen sind der Ursprung und die Substanz aller Dinge!" (Aristoteles)

Zahlen gelten schon seit Urzeiten als die dem Universum zugrunde liegende Harmonie. Besonders in den Kulturtraditionen der Babylonier, im Hinduismus und bei Pythagoras stellte die Zahl als solche und Zahlen im Allgemeinen das einzig grundlegende Prinzip dar, aus dem die gesamte objektiv erlebbare Welt hervorgegangen ist - also der Ursprung aller Dinge schlechthin! Auch in den bildenden Künsten und in der Musik und der Dichtung bilden Zahlen das universelle Grundprinzip der Proportion und des Rhythmus. In der hermeneutischen Philosophie wird die Welt der Zahlen (je nach Auslegung) sogar der Welt der Vernunft gleichgesetzt.

Zahlen drücken nicht nur Quantitäten, sondern auch Qualitäten aus. In der christlichen Geistesweit gelten beispielsweise ungerade Zahlen als yang (was so viel wie glücksverheißend, himmlisch, unverrückbar, dauerhaft bedeutet), während gerade Zahlen yin sind (d. h. unheilvoll, irdisch, veränderlich).

Eine Sonderstellung bildet die Zahl Null - sie bedeutet durch das Fehlen jeglicher Quantität und Qualität sowohl das Nicht-Sein, die Nicht-Existenz, als auch das Ewige. In der jüdischen Kabbala ist sie das Unbegrenzte, das grenzenlose Licht, das Ain. Für Pythagoras war sie die vollendete Form, das Androgyn, das Vollständige (gelegentlich wurde sie von ihm auch als das "Welten-Ei" bezeichnet).

In der Welt der Gesellschaftsspiele haben Zahlen schon sehr bald Eingang gefunden, prinzipiell betrachtet, können sie wohl als die ersten Zu- und Abrechnungsmechanismen bezeichnet werden. Bereits früheste Exemplare von Spielen (z.B. Wahti, oder das Ur-Spiel) benutzten einen Zahlenmechanismus von 1-2, bzw. 1-3. Auf die ersten Kartenspiele (um 1450) wurden - in die Bilder eingewoben - Zahlen gezeichnet, seit der Zeit der industriellen Revolution stiegen die Zahlenwerte bei Spielen enorm an. Man begnügte sich nicht mehr mit einstelligen Werten, plötzlich ging es um Hunderttausende und Millionen. Doch immer wieder kam die Spielentwicklung auf die Reduzierung der Zahlenwerte zurück, wurden Spiele mit ganzen 16 Karten entwickelt ("Venice Connection", 3Magier Spiele), und solche, die Zahlen zum Thema machten (z. B. "Zatre", Peri/PPG). Auch während der vergangenen beiden "Spielejahrgänge" erschienen einige bemerkenswerte Spiel-Produkte, bei denen Zahlen und Zählmechanismen eine wesentliche Rolle spielen.

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zum Seitenanfang Seite aktualisiert am 1.9.2000
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