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Innovatives Spielzeug

Was unterscheidet eine Spielzeug-Innovation von einer Spielzeug-Neuheit? Neuheiten auf dem Spielzeugmarkt sind i.d.R. Veränderungen / Weiterentwicklungen bestehender Produkte: neue Muster auf Geschirr, bei Puppenwagen und Puppenkleidern. Einsatz von Elektronik bei klassischem Spielzeug: so wird aus der Puppe eine Sprechpuppe. Umsetzung alter Spielprinzipien mit neuen Themen oder Lizenzfiguren bei Gesellschaftsspielen.

Eine wirkliche Innovation bei Spielzeug bedeutet aber,

  • dass die Spielfreude in erheblichem Maß erhöht wird (z.B. durch verbessertes Material und Verarbeitung, bessere Handhabbarkeit, ansprechende und gebrauchsunterstützende Gestaltung) oder
  • dass Spielzeug zwar perfekt und detailgetreu hergestellt ist, aber dem Kind trotzdem genügend Raum zur freien Entfaltung lässt
  • dass neuartige Spielmöglichkeiten entstehen
  • dass durch den Einsatz von Elektronik nicht der Fantasie der Kinder Grenzen gesetzt werden, sondern dass sie dadurch einen Einblick in die Technik und deren Umsetzung ermöglichen.

Doch zunächst stellt sich die Frage: braucht die Kinderwelt eigentlich unbedingt dauernd etwas Neues ? Brauchen die Kinder von heute nicht auch Puppen, Teddybären, Bauklötze, eine Eisenbahn, ein Dreirad usw. wie Kindergenerationen vorher? Die Antwort lautet ja und gerade hier liegt das Dilemma. Was nicht als "neu" bezeichnet werden kann, lässt sich schlecht verkaufen. Die Spielzeugwerbung suggeriert, klassisches und althergebrachtes Spielzeug ist langweilig und Kinder wollen "Neues". Für ein Kind jedoch, das noch keine Baubecher hat, sind diese neu! Und für ein Kind, das noch keinen Teddybär hat, ist dieser eine "Neuheit".
Mit diesem Anpreisen von Neuheiten wird das Spielzeug derart in den Mittelpunkt gestellt, dass die Bedeutung des Spielens an sich für die Entwicklung der Kinder darüber leicht vergessen wird. Deshalb sollten Eltern ihr Kind beobachten und folgendes herausfinden, bevor sie nach geeignetem Spielzeug Ausschau halten:
Durch was können Spielfreude und Aktivität geweckt, gefördert und erhalten werden?
Welches Bedürfnis hat das Kind gerade, wofür interessiert es sich, welche Themen sind aktuell? Welche Fähigkeiten entwickeln sich und wollen durch anregendes Spielmaterial geübt werden.
Die Antwort auf diese Fragen ist meist ein klassisches Spielzeug und es gilt dann nach einer besonders guten und anspruchsvollen Ausführung zu schauen.
Die technischen Möglichkeiten aus dem Alltag der Erwachsenen haben natürlich auch vor Spielzeug nicht halt gemacht. Und so wie Kinder den Einsatz von Technik in ihrer Umgebung erleben, ist er in bestimmtem Maße auch bei Spielzeug sinnvoll. Z.B. ein ferngesteuerter Zug, angetrieben mit einem Akku.
Eine Innovation auf dem Spielzeugmarkt muss aber nicht immer eine Idee für ein neues Produkt sein, es kann auch ein Umdenken in der Zielgruppe bzw. in der Darstellung des Angebotes sein. Zum Beispiel sollen hier die Götz Spielpuppen genannt werden. Götz bietet Puppen zum Spielen und Sammeln an. D.h. die Spielpuppen sind genauso liebevoll gemacht wie Sammlerpuppen und das macht auch Sinn.
Eine wirklich gute und schöne Puppe wird oft zum jahrelangen Begleiter für ein Kind. Deshalb kann der Auswahl und Qualität einer Puppe gar nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt werden. Durch den Slogan "Zum Sammeln erdacht, zum Spielen gemacht" wird die Wertigkeit einer Spielpuppe erhöht. Dem Verbraucher wird eher bewusst, dass eine Spielpuppe für ein Kind so wertvoll ist, wie eine Sammlerpuppe für eine Sammlerin. Und genauso viel "Wert / Beachtung" soll und wird hier auch in die Gestaltung und Herstellung einer Spielpuppe gesteckt. Und mal ehrlich, wie viele Mütter unter ihnen haben ihre Puppe aus der Kinderzeit nicht auch aufbewahrt. Schön, wenn es dann eine qualitativ gute und gestalterisch schöne Puppe ist.
Ein Beispiel für eine Innovation, die neue Spielmöglichkeiten zulässt, ist der Luftmatz der Fa. Lüdemann:
Luftballons üben auf Kinder eine hohe Faszination aus, der Nachteil ist aber, dass sie leicht platzen und die Kinder erschrecken. Für den Luftballon eine Stoffhülle herzustellen, verändert zwar die Eigenschaften des Luftballons, stellt aber doch einen großen Unterschied zu einem Stoffball dar. Beim "Luftmatz" wird ein Luftballon in eine Stoffhülle gesteckt und dann erst aufgeblasen. Das Mundstück des Ballons wird ein paar mal gedreht und in die Hüllenöffnung gesteckt. Der Ball ist nun fast so leicht wie ein Luftballon., aber er fliegt gerader, ist griffiger und liegt besser in der Hand. Und er kann nicht platzen. Mit einem frischen Luftballon ist der Ball so stabil, dass sich sogar ein Erwachsener draufsetzen kann und der Luft-Stoff-Ballon kann auch als Wasserball benützt werden.
Fazit: gute Innovationen auf dem Spielzeugmarkt unterstützen die Spielfreude und Sicherheit der Kinder und bedeuten eine echte Bereicherung.

Autor: Ingetraud Palm-Walter

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zum Seitenanfang Text erstellt am 2.2.2004
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