Der Gesellschaftsspiel - Tipp

( Hinweis: Der besseren Lesbarkeit wegen wurde bei
   den Anreden immer die männliche Form gewählt )

Maori

„Tangata whenua – Menschen des Landes“

So bezeichnen sich die ursprünglichen polynesischen Bewohner Neuseelands selbst und meinen damit sich als „natürlichen“, weil sterblichen Menschen (im Unterschied zu ihren unsterblichen Göttern). Heutige Forschungen brachten die Erkenntnis, dass Neuseeland wohl doch erst zwischen 800 bis 1300 unserer Zeit in mehreren Wellen aus den polynesischen Archipelen besiedelt wurde – und nicht, wie die weit verbreitete Ansicht, bereits vor 3000 Jahren. Trotzdem höchst erstaunlich, denn auch zu dieser Zeit standen als Transportmittel noch immer nur verhältnismäßig kleine Bambus-, bzw. Schilfboote, oder Floße zur Verfügung.

Im Spiel Maori werden diese Entdeckungsreisen der Maori-Polynesier zu neuen Inseln noch einmal nachempfunden. Dazu erhält jeder Spieler ein (beidseitig bedrucktes) Tableau mit Wasser- und vier eingezeichneten Landteilen. Von den Inselplättchen werden immer nur 16 in einem Quadrat ausgelegt. Die restlichen Plättchen (anfangs sind es 81) sind als Nachziehstapel daneben platziert. Jeder Mitspielende versucht, möglichst wertvolle Inseln mit Palmen, Muscheln und Hütten zu erkunden (zu sammeln) und das eigene Tableau damit zu füllen. Dazu wandert das Entdeckerschiff mit jedem Zug um die ausgelegten Inseln – die Zugrichtung erfolgt dabei nach taktischen Überlegungen und die Zahl der Bewegungsschritte (mindestens einer) wird durch die Zahl der zur Verfügung stehenden Boote auf dem Tableau bestimmt. Danach kann ein Inselplättchen der ausgelegten Reihe genommen werden, je weiter vom Schiff entfernt, desto mehr Muscheln müssen dafür bezahlt werden (das benachbarte Randplättchen ist frei, jede übersprungene Insel kostet eine Muschel). Die entdeckten Inseln können auf das persönliche Tableau gelegt, oder in den Speicher genommen werden (um sie später platzieren zu können). Da die Inseln immer auch vergrößert werden sollen, lässt sich nicht jedes Plättchen sofort in das Tableau einbauen, daher ist ein Vorrat im Speicher durchaus wünschenswert. Auch das Entfernen eines Plättchens vom Tablett ist möglich. Entstandene Lücken in der Auslage werden aus dem Nachziehstapel wieder aufgefüllt. Ist das Tablett eines Spielers gefüllt (oft nach etwa 15 bis 16 Runden), endet das Spiel und es werden von vollständigen (!) Inseln die Palmen, Hütten, oder auch ein kompletter Blumenkranz und natürlich die Zahl der auf den Inseln abgebildeten und real vorhandenen Muscheln gewertet und zusammengezählt. Wer dabei die meisten Entdecker-Punkte sammeln konnte, gewinnt die Partie.

Maori glänzt durch eine ausgesprochen leichtverständliche Regel, einen zügigen Spielverlauf und einige pfiffige Details, wie die Sammelmethode der Inseln, oder die Punkteverteilung. Dazu lebt das ganze Spiel von seiner gelungenen, wunderschönen und stimmigen Gestaltung und von seinen drei, nach Schwierigkeitsgrad gestaffelten Spielvarianten.

Sehr zu empfehlen, insbesondere auch für das generationenübergreifende Spielen in der Familie. Maori wurde im Oktober aufgrund seines leicht verständlichen Spielablaufes mit dem „spiel gut“-Siegel ausgezeichnet und steht auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2009.

Autor: Günter Burkhardt
Spielerzahl: 2 bis 5
Spieldauer: 30 - 45 Minuten
Preis: ca. 30,00 €
Alter: ab 8 Jahren

Hersteller: Hans im Glück / Schmidt Spiele (2009)

Verfasser des Tipps:
Heilpädagoge und Spielpädagoge
Abdruck nur gegen übliches Zeilenhonorar

International site: www.spielgut.org
E-mail:

zum Seitenanfang Seite aktualisiert am 6.1.2010
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