Beobachten ist das Zauberwort

Beobachten ist das Zauberwort

Als Julia im Kindergarten bunte Perlen in einer durchsichtigen Kunststoffbox an mir vorbei trug, wurde mir ganz warm ums Herz. Es dauerte etwas, bis ich das wohlige Gefühl überhaupt wahrnahm und feststellte, dass mich diese Perlen kurzerhand in meine Kindheit zurück katapultierten. Ich besaß als Kind ähnliche Perlen.

Vermutlich ergeht es manchem Papa so, wenn er einen Technik-Baukasten sieht. Dann wünschen wir uns, dass unsere Kinder sich zu Weihnachten wünschen, was wir gerne spielen würden oder mal gespielt haben. Das hätte den Vorteil, dass wir mehr Lust zum Mitspielen mit unseren Kindern hätten. Doch leider wünscht sich unser Kind eher das, was das Nachbarskind hat. Aber macht das unser Kind glücklich? Sollen wir mit unserem Kind zusammen Spielzeugprospekte durchsehen, um herauszufinden, was uns beiden gefällt? Oder was wir aus pädagogischen Gründen für sinnvoll halten?

Der Weihnachtsgeschenke-Einkauf gestaltet sich jedes Jahr aufs Neue schwierig. Wie finden wir denn heraus, was unser Kind braucht und was die Kinderaugen erstrahlen lässt?

Beobachten ist das Zauberwort.

Zum Beispiel: das Kind hat gerade entdeckt, dass es mit der Herausforderung mit kleinteiligem Material zu hantieren, zurechtkommt und Freude an Farbe hat. Dann können bunte Perlen zum fädeln oder weben genau das Richtige sein. Oder Werkzeug und Schrauben werden bei allen möglichen Gelegenheiten interessant gefunden. Dann ist ein Konstruktionsbaukasten bestimmt ein angesagtes Spielzeug. Oder das Kind liebt Rituale und die Gemeinsamkeit am Tisch, dann kann dieses Gemeinschaftsgefühl beim gemeinsamen Spiel eines Gesellschaftsspieles unterstützt werden. Vielleicht ordnet und sortiert das Kind gerne, dafür gibt es dann Lotto- Domino oder Bau- und Stapelspiele bis hin zu bestimmten Knobelspielen. Schön, wenn es etwas ist das uns auch Spaß macht. Und wenn nicht – lassen wir uns trotzdem zum Mitmachen überreden, vielleicht entdecken wir ja noch verborgene Fähigkeiten in uns.